Abheben an der Hohen Lanz
Der Drachenfliegerclub (DFC) Hammelburg hat sich dieser Leidenschaft verschrieben. Vor mehr als 30 Jahren in der Saalestadt gegründet, verfügt er heute über etwa 60 Mitglieder, die jedoch aus dem gesamten Umland kommen.
Gemeinsam mit einem weiteren, unterfränkischen Drachenfliegerverein, dem DFC Gössenheim, teilen sich die Heimischen die Fluggelände der Umgebung, zu denen der Ofenthaler Berg, das „Edelweiß“ bei Karlstadt und die Homburg gehören. Diese Hänge sind den Fußstarts vorbehalten, bei denen der Fliegende erst ein paar Schritte läuft und sich dann in die Tiefe stürzt, um sich wenig später in schwindelnde Höhen zu begeben.
Auf dem Flugplatz „Hohe Lanz“ der Flugsportgruppe, wo sich der DFC Hammelburg präsentierte und heuer zum zweiten Mal die Gelegenheit zum Mitflug bot, wurden die Hängegleiter von einem Ultraleicht-Flugzeug in den Himmel gehievt.
Auf 700 Meter Höhe schleppten die Piloten der Segelfluggemeinschaft Bad Kissingen die Drachenflieger, die ihre Gleiter bei entsprechender Thermik bis zu 3000 Meter Höhe in die Lüfte schrauben, informierte Frank Neubert aus Schonungen. Der Weltrekord im Weitfliegen liegt derzeit bei 700 Kilometern und wurde in Texas aufgestellt.
Drachenfliegen verändert Leben
So weit fliegen die Piloten der Tandemgleiter in Hammelburg natürlich nicht. Doch wer mochte, durfte sich gerne einmal das Saaletal von oben ansehen und sich in einer anderen Dimension wiederfinden. „Drachenfliegen verändert dein Leben“, sagen die „Ritter der Lüfte“. Und wer den Mut besitze, mit einem Tandempiloten den Flug zu wagen, dem winkten Ruhe, Gelassenheit und Faszination.
Es waren gar nicht so wenige, die sich dieses Erlebnis einmal gönnen wollten. Zu den rund 20 Voranmeldungen für einen Flug, gesellten sich viele neugierige oder erfahrene Mitflieger, die den Ritt durch den blauen Himmel genießen wollten. Dies bot dem DFC eine gute Möglichkeit, sich darzustellen und um Mitglieder zu werben.
Zwar gehe der Trend mehr zum Gleitschirmfliegen, doch ein Drache sei schneller und wendiger als ein Schirm, sind die Hängegleiterpiloten überzeugt. Ihr Sport ist der aufwändigere, zum Beispiel beim Transport des Fluggeräts. Dennoch gebe es heute keine Konkurrenzsituation mehr zwischen den Drachenfliegern und den in einem eigenen Club organisierten Gleitschirmpiloten. Sie organisierten sogar gemeinsame Ausflüge.
Stabile Flügelkonstruktion
Als Vorteile schätzen die Drachenflieger vor allem die Unabhängigkeit ihrer stabilen und übersichtlichen Flügelkonstruktion, die große Sicherheit gibt und trotzdem über hohe Beweglichkeit verfügt. Zudem haben Drachen eine lange Lebensdauer. Bei guter Pflege kann das Fluggerät bis zu 20 Jahre lang in die Luft gehen. Der Anschaffungspreis liegt bei 800 Euro für einen gebrauchten und 16 000 Euro für einen neuen, modernen Drachen. Eine Ausbildung zum Alleinflug erhalten Interessierte zum Beispiel in der Drachenflugschule auf der Wasserkuppe, informierte Ullrich Kuhn aus Gambach.
Wer gerne einmal „mit den Greifvögeln in der Luft spielen will“, ist willkommen beim Drachenfliegerclub Hammelburg, der erreichbar ist über Drachenfluglehrer Sebastian Binsteiner, Tel. (0 97 34) 9 31 03 14 oder die Internetseite www.flieg-drachen.de





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